Raus aus der Schule

Manchmal bekomme ich beim Joggen komische Ideen. Mal sind das Gitarrenriffs, Fotomotive oder sonstiger Kram.

Bevor ich neulich im Haxtergrund losflitzen wollte, sah ich eine Gruppe I-Männchen mit Lehrer. Kurze Zeit später 3 jungsche Typen mit nem Bauern an einer Wassertränke für Kühe.

Nach ca. 5 Kilometer Joggen kam mir folgende Idee für eine umfassende Schulreform. Start 2019. Nicht mehr soviel Zeit Frau Karliczek.

Punkt 1:

Der Schulunterricht wird zwischen Mai und Oktober, bis auf wenige Ausnahmen,  nur noch draußen stattfinden.

Punkt 2:

Schulbeginn nicht vor 10 Uhr.

Punkt 3:

Noten werden nur noch zwischen 1 und 3 bzw. A – C verteilt. Alle 6 Monate schreibt der Lehrer eine kurze aber verständliche Einschätzung über seinen Schüler.

Punkt 4:

Ebenso werden die Schüler ihre Lehrer bewerten.

Punkt 5:

Eltern, deren Kinder weniger als 2km Schulweg haben, werden darauf hingewiesen, dass ihre Kinder selber zur Schule gehen und nicht mit dem Auto hin- und herkutschiert werden.

Punkt 6:

Schuluniform wird eingeführt. Ziel ist es, das Abgepose der Markenklamotten zu vermeiden.

Punkt 7:

Handy und Internet werden nur für spezielle Unterrichtsstunden erlaubt. Es wäre auch gut nur Tafeln zu nutzen und weniger Displays.

Vorteile des Unterrichts im Freien:

Ich bin der Überzeugung, dass die meisten Schulfächer draußen unterrichet viel mehr Sinn und Spaß machen. Mathe, Physik, Chemie, Biologie, Kunst, Musik. Mein Paradebeispiel ist Mathematik. Hatte ich immer ne 5. Das Interesse war gegen 0. Dreisatz fand ich toll. Den wende ich heutzutage fast täglich an. Tolle Erfindung. Sogar der Satz des Pythagoras ist mir mal untergekommen, allerdings weit nach der Schulzeit. Es ging um eine Diagonalberechnung, die ich unbedingt genau haben wollte. Grundfläche des zu planenden Häuschens war 6 x 6 Meter und ich war schon 37 Jahre alt. Das Ergebnis ist 8.48 Meter. Genau. a quadrat + b quadrat = c quadrat

Kurze Zeit später wollte ich mal den Wasserinhalt von unserem Brunnen in Spanien ausrechnen. Pi und so. Genau.

Nein, ich kann die Beispiele jetzt nicht endlos fortführen, aber die beiden hier reichen ja auch.

Warum soll man erst mit Mitte 30 die einfachsten Formeln der Mathematik anwenden, bzw. warum interessierte es mich in der Schule nicht? Genau, weil kein praktischer Bezug vorhanden ist.

Was wäre, wenn 8-jährige Mathehasser vom Lehrer in der freien Natur eine praktische Aufgabe vorgeführt bekommen? Als blödes Beispiel ein Torgatter zur Kuhweide berechnen. Der Inhalt der Wassertränke, die halbzylindrisch geformt ist. Kannste direkt mit den Kühen weitermachen und zack biste in der Biologie gelandet.

Bewegungsvorteil:

Der Marsch in die Natur bzw. um die Ecke in den Park, Spielplatz etc. beugt Übergewicht bei Kind und Pauker vor.

Kunst und Musik:

Wichtige Fächer und in meiner Zeit leider viel zu unterbewertet. Ich glaube, dass sich Talente und Gehirne viel besser entwickeln, wenn in der Hinsicht viel mehr getan wird. Malen nach Zahlen meine ich nun nicht.

Kochen:

Hieß bei uns noch Hauswirtschaftslehre und gabs glaub nur mal ein Jahr. Das Fach alleine beinhaltet so wahnsinnig viele gute Dinge. Wo kommt das Essen her? Sieht man direkt beim Ausflug zum Bauern. Ich stelle mir vor, dass die Kids nach Hause kommen und ihren tumben AfD-Eltern erklären, dass Cola, Chips und Fertigpizza vielleicht doch nicht so cool sind. Auch die spätgebärende Berlin-Mitte-Milf wird von ihrem 10 jährigen Sohn darauf hingewiesen, dass übertriebene Rohkosternährung möglicherweise nicht der letzte Schluss der Weisheit ist.

Psycho:

Ich hätte noch gerne, dass ab und an mal ein fitter Schulpsychologe den Kids was über fickificki erklärt. So ne Art moderner Dr. Sommer. Auch natürlich gerne Frau Sommer. Früher mussten wir uns unsere Pornohefte mühsam zusammenklauen. Heute ne andere Welt. Der Sportsex, der für die ganz jungen schon verfügbar ist, macht die kleinen Seelen zu sehr kaputt. Dagegen sollte dringend was getan werden.

Dann bitte noch jemand, der den ängstlichen Juppie-Sicherheits-Sagrotan-Eltern mal auf die Füße tritt. Die machen sich immer soviel Sorgen von wegen Dreck und wollen aber unbedingt ihre 3-Käsehochs mit dem SUV den schlappen Kilometer zur Schule bringen und wieder abholen.

Kurz noch zu Punkt 7 (Internet)

Das ist wichtig und man kann ruhig froh sein, dass es das heute gibt. Ein Experte sollte einmal in der Woche den Kids die interessantesten Blogger, Vorträge, Dokus zeigen. Das ist jetzt was für den Winterbetrieb. Eine Aufklärung darüber, dass die 14-jährigen Insta-Schmink-Pussys zwar erfolgreich sind, aber das dieser Erfolg nicht der Maßstab für nachwachsende Generationen sein sollte, wäre super.

Fazit:

Ich hoffe wirklich, dass schnellstens umfangreiche Änderungen der Bildung eurer Kinder stattfinden. Dieser jahrzentelange Schulkrampf kann keine Zukunft sein. Keiner hat Bock. Weder Schüler noch Lehrer und die Eltern auch nicht.

Motivation x Spaß – Übermüdung : Langweile = Besser für Alle